Destiny im Härtetest

Nach mehreren Jahren und ca. 500 Millionen Dollar Budget bringen Activision und Bungie ihren lang ersehnten “Multiplayer-Meilenstein” Destiny aus dem unerreichbaren Orbit auf den blauen Planeten.

Der Titel Destiny baute von Anfang an einen Hype mit ungewissem Ausgang auf. Jetzt, da Destiny in unsere Spielekonsolen eingeschlagen hat, werden wir ergründen ob der Hype gerechtfertigt war, oder das Ganze in einem Rohrkrepierer endet.

In Destiny schlüpfen wir in die Haut eines sogenannten Hüters. Diese Hüter verteidigen die letzte Stadt auf Erden und beschützt den “Reisenden” vor der “Dunkelheit”. Habt ihr euch für eine Rasse (Mensch, Erwachter, Exo), das Geschlecht (Männlich, Weiblich), Kopfdesign (Gesicht, Haare, etc.) und die Klasse (Jäger, Warlock oder Titan) entschieden, steht einem fröhlichen Menschheit retten nichts mehr im Wege.

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Warlock, Jäger oder Titan? Passt die Klasse eurer Spielweise an. (Bildquelle: Bungie / Activision)

Als wichtige Grundinfo sollte noch erwähnt werden das ihr beim Spielen von Destiny eine dauerhafte Internetverbindung benötigt. Ohne Verbindung mit dem Internet verweigert das Game schlicht und einfach seinen Dienst. Auch wenn ihr alleine spielt, benötigt das Game permanente Internetverbindung. Warum erkläre ich kurz und knapp im Fazit.

Glaubte man anfangs das Destiny eine epische Story mit ungeahnter Reichweite bekommen wird, muss man seine Erwartungen um einiges zurückschrauben. Eine epische Story sucht man leider vergebens. Nur einzelne Story-Fetzen die man sich zusammenreimen kann, ergeben irgendwie einen leichten Zusammenhang. Zusätzliche Bausteine zur Story erhaltet ihr durch die Grimoire-Karten. Diese Karten sind aber nicht über das Game einsehbar. Grimoire-Karten können über die Destiny-App (für Android und iOS) oder über die Bungie-Homepage gelesen werden. Bungie sollte sich aber eine gute Ausrede einfallen lassen, denn ich bin sicher nicht der einzige der sich fragt warum die Grimoire-Karten nicht über das Game einsehbar sind. Hierfür ein fettes Minus.

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Dieses kleine Ding ist euer “Geist”. Er fungiert als Navi, erzählt euch interessante Sachen, hackt sich in Terminals und sammelt Glimmer ein. (Bildquelle: Bungie / Activision)

Das es sich bei Destiny um einen Ego-Shooter handelt hat hoffentlich jeder geahnt. Euer Hüter bereist das heimische Sonnensystem (Erde, Mond, Venus, Mars, und das Riff). Auf der Erde und dem Mond versohlt ihr den Gefallenen und der Schar den Hintern. Auf der Venus demontiert ihr die Roboterwesen Vex in ihre Einzelteile. Auf dem Mars stellen sich euch die stämmigen Kabale-Soldaten in die Quere.

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Diese Wiedersacher wollen euch ans Leder. (Bildquelle: Bungie / Activision)

Das Bungie sein Ego-Shooter-Handwerk versteht, ist nicht von der Hand zu weisen. Steuerungstechnisch macht Destiny alles richtig. Selten ist ein Ego-Shooter so gut zu steuern. Alle Befehle (springen, zielen, schießen, Granaten werfen etc.) funktionieren hervorragend und gehen problemlos von der Hand. Grafisch überzeugt Destiny mit sehr abwechslungsreich gestalteten Planeten. Sind Feinde in der Nähe treibt euch die Musik voran, und deutet schon darauf hin, das es gleich rund gehen wird. Über die Waffensounds gibt es ebenfalls nichts zu meckern.

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Für weite Strecken steht euch ein unbewaffnetes Fahrzeug zur Verfügung. (Bildquelle: Bungie / Activision)

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Auf der Erde hat es auch schon mal besser ausgesehen. (Bildquelle: Bungie / Activision)

Jeder Planet bietet euch verschiedene Story-, Patrouille-, und Strike-Missionen. In den Story-Missionen verfolgt ihr die lauwarme Story, bei Patrouillen-Missionen sammelt ihr verschiedene Gegenstände, scannt Umgebungen, oder putzt einfach nur Feinde aus. Die verschiedenen Patrouillen-Missionen bekommt ihr von diversen Fraktionen über eine Art Leuchtboje. Beendet diese Missionen um euren Vorhut-Rang zu steigern. Der Strike ist nur für hartgesottene, und erfordert schon etwas können. Hier werden drei Hüter (ja, hier muss es ein dreier-Team sein) in eine Level mit extrem unangenehmen und riesigen Bossen geworfen. Schafft ihr es diese Kaliber zu erlegen, werdet ihr mit entsprechenden Items, Waffen oder Rüstungen entlohnt.

Der rote Planet macht seinem Namen ebenfalls alle Ehre. (Bildquelle: Bungie / Activision)

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Der Himmel auf der Venus ist einfach nur eine Augenweide. Der Rest ist ähnlich trostlos wie die anderen Planeten. (Bildquelle: Bungie / Activision)

Für jeden erlegten Gegner, erledigte Zusatzaufgaben oder das abschließen von Missionen gibt es Erfahrungspunkte. Diese sind notwendig um (welche Überraschung) im Level zu steigen. Bei Level 20 ist jedoch Schluss mit Hochleveln über Erfahrungspunkte. Ab Level 20 gilt ein neues Levelsystem. Dann müsst ihr Rüstungsteile mit “Licht” finden und tragen. Je mehr “Licht” eure Rüstungsteile haben, desto höher euer “Licht-Level”. Um immer bessere Rüstungen mit immer mehr “Licht” zu ergattern, kauft ihr diese bei den verschiedenen Händlern im Turm, oder daddelt die bereits gespielten Missionen in einem Schwierigkeitsgrad das sich die Balken biegen. Gewürzt wird das ganze noch mit speziellen Events die willkürlich starten und auch einiges an Können abverlangen.

Im Turm (hier die Karte) finden sich alle Fraktionen, Auftraggeber und Händler. (Bildquelle: PS4-Screenshot / Juri McGrath)

Waffen und Rüstungen nehmen in Destiny einen sehr hohen Stellenwert ein. Über acht verschiedene Schießprügel (Pistolen, Schweres MG, Impulsgewehr, Fusionsgewehr usw.) und fünf verschiedene Rüstungsteile (Helm, Stiefel, Umhang usw.) geben eurem Charakter das gewisse etwas. Verschiedene Waffen verursachen unterschiedlich großen schaden, feuern schneller oder langsamer, oder lassen sich nach oftmaligen Einsatz etwas verbessern. Mit den Rüstungen verhält es sich ähnlich. Jedes Rüstungsteil hat einen Rüstungswert. Je höher dieser ist, desto robuster ist euer Charakter. Manche Rüstungen lassen sich auch, wie schon die Waffen, durch vermehrten Einsatz aufwerten. Waffen und Rüstungen die nicht gebraucht werden verstaut man im Tresor oder zerlegt sie in seine Bestandteile. Durch das zerlegen bekommt man Glimmer (=Geld) und verschiedene Komponenten die man zum verbessern anderer Waffen brauchen kann.

Im übersichtlichen Menü verwaltet ihr Rüstungen, Waffen, Level-Upgrades und sonstiges Inventar. (Bildquelle: PS4-Screenshot / Juri McGrath)

Im Turm, dem Hauptquartier der Hüter, trifft sich alles was im Destiny-Universum Rang und Namen hat. Hüter die sich momentan auf dem Turm befinden sind sichtbar. Teilweise kann es hier vor Hütern ganz schön rumwuseln. Wollt ihr Geschäfte erledigen, seit ihr im Turm ebenfalls richtig. Alle Fraktionen (Toter Orbit, Kriegskult der Zukunft, Neue Monarchie usw.) haben hier ihre Verbindungsleute platziert. Jeder dieser Typen bietet auch verschiedene Sachen zum Kauf an. Bei manchen muss man sich aber erst mal Marken und einen Fraktions-Rang verdienen. Der Kryptarch entschlüsselt von euch gefundene “Artefakte” und verwandelt sie in Waffen oder Rüstungen. Beim Beutezug-Aufseher könnt ihr zusätzliche Bonus-Missionen wie “Eliminiere 100 Gegner mit Präzisionsschaden” annehmen, und durch dessen Abschluss zusätzliche EP scheffeln.

Learning by doing. Durch das Spielen von Destiny füllen sich die Ringe in eurem Talentbaum. Hat ein Talent einen kompletten Ring (grün) erreicht, könnt ihr das neue Talent auswählen (blau). (Bildquelle: PS4-Screenshot / Juri McGrath)

Was währe ein Online-Ego-Shooter ohne den Kampf Mann gegen Mann bzw. Team gegen Team. Seid ihr dem miteinander gegen CPU´s überdrüssig, wartet der Schmelztiegel auf euch. Im Schmelztiegel findet ihr alles was das PvP-Herz begehrt. In den Modi Kontrolle, Konflikt, Rumble und Gefecht macht man anderen das Leben zur Hölle. Der Schmelztiegel hat seinen Namen mehr als verdient.

Um zu jeder Zeit Zugriff auf euer Destiny-Konto zu haben bietet sich die App (ab Andoid 4.x und iOS 6.x) an. Bei mir Läuft die Destiny-App auf einem Sony Xperia M2. Hinter dem 4,8 Zoll großen TFT-Display werkelt ein 1,2 GHz Quad-Core-Prozessor, 1 GB RAM und KitKat (Android 4.4). Hier bestaunt ihr euren Hüter und rüstet Waffen aus, aber nur wenn ihr die Waffen bei euch tragt. Den Tresor verwalten, Gegenstände kaufen, Gegenstände zerlegen, Bonusmissionen annehmen und Artefakte entschlüsseln geht über die App nicht. Währe nett gewesen wenn ich meinen Charakter komplett über die App verwalten könnte, Einkäufe tätige und Missionen annehme. Aber vielleicht wird das ja noch durch spätere Updates nachgebessert. Verschiedenste Statistiken, die Ausrüstung von Freunden und die Angebote von Händlern können jedoch eingesehen werden. Hier sind auch die Grimoire-Karten zu finden. Habt ihr die App installiert, wird auch ein Bungie-Konto angelegt. Mit diesem Konto könnt ihr nicht nur über die App sondern auch über http://www.bungie.net/de/user/getstarted/ euren Charakter einsehen, und all das machen was auch über die App möglich ist.

Fazit

Destiny ist ein hervorragendes Stück Software geworden. Anfangs war ich noch skeptisch wegen des Online-Zwangs. Aber da Destiny auf einen 3-Player-Koop ausgelegt ist, geht es eben nicht anders. Ich habe die Story von Anfang bis Ende alleine gezockt. Hin und wieder haben zwar Hüter meinen Weg gekreuzt, jedoch nur im vorbeigehen. Hat man die Story dann erst mal durch, fragte ich mich aber ob das jetzt alles war. Da die Story beendet ist, fokussiert sich meine Motivation auf das besser werden meines Hüters. Missionen abschließen, verschiedenste Levels nochmals auf verdammt schwer spielen, und Missionen abschließen, bessere Rüstungen und Waffen finden, und wieder bessere Rüstungen und Waffen finden. Für 20 Stunden konnte mich Destiny problemlos bei der Stange halten. Nach diesen 20 Stunden beginnt aber etwas Routine einzukehren. Soll aber nicht heißen das es keinen Spaß mehr macht. Ich werde einfach das Gefühl nicht los das etwas fehlt. Hier schaffen die Download-Packs I und II hoffentlich Abhilfe. Für SciFi-Shooter-Fans ist Destiny die richtige Wahl.

 

Interesse an der App geweckt? Hier gehts zu Google Play bzw. in den App Store :)

 

Interesse am Game geweckt? Hier findet ihr die Amazon-Links :)

 

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