Torchlight 2

Nahezu klangheimlich schlich der Release von Torchlight II näher und greift mit einigen sehr interessanten Punkten zur Krone unter den Hack’n Slash Rollenspielen: 6-fach Koop-Multiplayer, LAN-Unterstützung, kein Online-Zwang, umfangreicher Mod-Support und eine 15-20 Stunden dauernde Kampagne – dies alles zu einem nahezu lächerlichen Preis von rund 20 Euro. Doch was steckt abseits dieser genannten Features im Spiel und kann es Blizzards Diablo III wirklich gefährlich werden?

Wenn Helden die Seite wechseln…
Sechs Jahre sind seit den Ereignissen von Torchlight vergangen. Der Oberbösewicht Ordrak wurde zwar besiegt, doch sein Herz überlebte und verdunkelte das Gemüt des Alchemisten, einem der drei Helden aus dem Vorgänger, der daraufhin die Stadt Torchlight zerstört. Also muss ein neuer Held her, in dessen Rolle ihr schlüpft, um euch an die Fersen des Alchemisten zu heften. Zugegeben, die Story von Torchlight II wird keinen Oscar gewinnen, auch von der Grafik und Präsentation her hat Genre-Kollege Diablo III einiges voraus, da Cutscenes bis auf vereinzelte comic-hafte und minimalistisch animierte Zwischensequenzen nicht vorhanden sind und auch Dialoge sich auf ein Minimum beschränken: Runic Games versucht gar nicht erst, dieses Faktum zu verbergen, denn die Stärken des Titels liegen woanders.

Always room for more loot
Wie in einem Hack’n Slash RPG üblich, wählt ihr euch einen Charakter aus 4 verfügbaren Klassen aus: Neben Berserker und Embermage, die quasi den reinblütigen Nahkämpfer bzw. Magier darstellen, gibt es mit dem Engineer und dem Outlander zwei Mischformen aus Nahkämpfer und Mechaniker, sowie Fernkämpfer und Magier. Sehr interessant und vor allem immens hilfreich ist – wie bereits im Vorgänger – die Auswahl eines Pets, welches euch auf Schritt und Tritt begleitet, ordentlich im Kampf mitmischt, als Erweiterung eures Inventars dient und sogar für Botengänge aus Dungeons zur Verfügung steht, um eingesammelten Ramsch zu verkaufen und mit nützliche Dingen wie Heil- und Mana-Tränke oder Identifizierungs-Schriftrollen zurückzukehren.

Torchlight II - Loot

Dass vor allem die Verkaufen-Funktion genial ist, merkt ihr recht früh im Spiel, schließlich wird in keinster Weise an Item-Drops gespart, sodass allerlei Waffen, Rüstungsteile und sonstige Gegenstände aus getöteten Gegnern und Schatztruhen hervorsprudeln. Um in diesem Item-Gewusel nicht die Übersicht zu verlieren, gibt es im Einstellungsmenü sogar die Möglichkeit, Items unterschiedlicher Raritätsstufen ein- und auszublenden, damit ihr beispielsweise nur noch magische, seltene oder einzigartige Gegenstände zu Gesicht bekommt.

Kämpfen und Aufleveln
Neben der Jagd nach besseren Items erhält euer Charakter natürlich auch Erfahrungspunkte, die euch nach einem Level-Up Charakter- und Skillpunkte verteilen lassen, um so euren Helden nicht nur zu stärken, sondern auch zu individualisieren. Charakterpunkte erhöhen Stärke, Geschicklichkeit, Magie oder Vitalität, was nicht nur Einfluss auf Schadenswerte, Wahrscheinlichkeit für kritische Treffer, Lebenspunkte und dergleichen hat, sondern auch als Voraussetzung für das Tragen von stärkeren Rüstungen und Waffen ist. So findet ihr meist Gegenstände, die ihr erst zwei bis drei Level später tragen könnt, was als zusätzliche Motivation dient. Mit Skillpunkten wiederum könnt ihr neue Fähigkeiten freischalten oder bereits vorhandene upgraden, die in einem Skill-Baum dargestellt werden und mit Levelbegrenzungen versehen sind, was verhindert, dass eure Skills schnell zu mächtig werden.

Torchlight II - Kampfgetümmel

Praktischerweise findet ihr in den Städten zahlreiche NPCs, die – meist gegen Gold – verschiedene Aktionen rückgäng machen können: Habt ihr euch beispielsweise verskillt, könnt ihr bei einem NPC die letzten drei investierten Skill-Punkte zurücksetzen, um sie anschließend neu zu verteilen. Oder habt ihr vielleicht mit einem einzigartigen Edelstein eine Waffe verbessert, die langsam aber sicher zu schwach auf der Brust ist? Dann hilft euch ein NPC weiter, der Gegenstände zerstört, und enthaltene Edelsteine rettet oder umgekehrt, die Edelsteine schrottet, um die verwendeten Slots eines Gegenstandes wieder freizumachen.

Fazit
Torchlight II macht vieles richtig und ist deshalb nicht nur für Fans vom Vorgänger und für jene Leute empfehlenswert, die von Diablo III auf die eine oder andere Weise enttäuscht wurden. Verrinnen im Singleplayer die Stunden bereits kaum spürbar, so geht es im Multiplayer via Internet oder LAN erst richtig zur Sache – denn werfen erstmal sechs Spieler mit Zauber um sich, leidet zwar die Übersichtlichkeit, es verwandelt den Monitor zugleich aber in ein spaßiges Effekt-Feuerwerk, das seinesgleichen sucht. Hat sich in einigen Wochen dann die Mod-Community erst einmal in den öffentlich verfügbaren TorchED 2 Editor eingearbeitet, werden zahlreiche Quests, Klassen und Spielmodi für zusätzliche Motivation sorgen.

  • Skill-, Kampf- und Item-System sehr motivierend
  • LAN- und Mod-Support
  • Es regnet Items!
  • Vollpreis-Titel zum halben Preis
  • Story sehr überschaubar mit wenigen Höhepunkten und kaum Atmosphäre
  • lahme Questpräsentation
88

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