Oure

oure keyart

Mit einem Drachen durch die Lüfte gleiten – oder noch besser, sich in einen Drachen verwandeln und dann durch die Lüfte gleiten – genau das dürft ihr in Oure tun. Und nebenbei auch noch ein paar Titanen bekämpfen. Wie sich das Ganze so spielt, erfahrt ihr hier.

Eine Welt in ewiger Dunkelheit, ein Kind, das vom Fliegen durch die Wolken träumt, und eine Prophezeiung, die besagt, dass einst jemand kommen wird, der das Licht zurückbringen soll – zugegebenermaßen, die Story von Oure klingt, als hätte man sie schon hundert Mal und mehr gehört. Wie dem auch sei, solltet ihr euch davon jedoch nicht abschrecken lassen, denn die Story ist bei dem auf seine eigene Weise eindrucksvollen Spiel von Heavy Spectrum eigentlich nur Zierwerk.

oure apparat aktivieren

Das Spielprinzip des nur digital erhältlichen Titels lässt sich am besten mit Flower trifft Shadow of the Colossus beschreiben: In einer Welt, die wörtlich aus nichts als Wolken sowie vereinzelten schwebenden Strukturen besteht, schlüpft ihr in die Rolle eines Drachenkindes, das zwischen seiner menschlichen sowie tierischen Form wechseln kann. Als Kind lauft ihr so am Boden entlang, während ihr in den Lüften als Drache schwebt. In die Drachenform könnt ihr dabei jederzeit wechseln bzw. werdet ihr auch automatisch in diese verwandelt, sofern ihr von einer der Strukturen fallt. Zurück in die Menschenform dürft ihr euch indessen nur dann transformieren, wenn ihr über gewisse Bodenplatten fliegt, was natürlich Teil der Puzzles ist, auf die wir etwas später zurückkommen.

In eurer Drachenform fliegt ihr also durch die Lüfte, entdeckt die Welt und versucht, diese zu retten. Der erschwerende Faktor an dem Ganzen ist, dass jeder Höhenanstieg und jede schnellere Vorwärtsbewegung Ausdauer verbrauchen, die jedoch gerade zu Beginn des Spiels relativ schnell zur Neige geht. Bleibt ihr am Boden, geht in den Sinkflug oder fliegt durch Wolken, regeneriert sich diese – wollt ihr also in luftige Höhen steigen, müsst ihr euch von Wolke zu Wolke bewegen, wobei einige Distanzen klarerweise erst mit gewissem Spielfortschritt erreicht werden können.

oure titanenkampf

Um eurer vorhin bereits angesprochenen eigentlichen Aufgabe der Weltenrettung nachzukommen, gilt es schließlich, die acht Titanen der Welt zu besiegen und sie so davon zu überzeugen, ihren einst eingestellten Dienst wieder aufzunehmen. Bevor ihr dies jedoch tun könnt, müsst ihr zunächst blaue Orbs sammeln. Diese sind zuhauf über, unter und sogar zwischen den Wolken versteckt und dienen als eine Art Währung, mit der ihr für die Aktivierung diverser Apparaturen bezahlt  – darunter auch die Türme, die die Titanen anlocken, damit ihr sie infolge herausfordern könnt. Insgesamt gibt es im Spiel 750 Stück davon, wirklich benötigt werden aber weitaus weniger, sodass ihr die nötige Menge für den Kampf gegen die Titanen recht schnell beisammen habt. Solltet ihr dennoch Probleme dabei haben, genügend Orbs zu finden, oder verliert ihr die Orientierung dahingehend, wo ihr in der Hauptquest als nächstes hinmüsst, könnt ihr via Viereck-Taste einen Lichtimpuls aussenden, der für kurze Zeit alle aktuellen Ziele, Orbs und mehr in der Umgebung anzeigt und somit als eine Art Sensor dient.

oure rätsel

Nach und nach tretet ihr sodann jedem der Ungetüme gegenüber, wobei ihr euch keinen wirklichen Kämpfen stellt, sondern stattdessen jeden Titanen, ganz wie etwa auch bei Shadow of the Colossus, nur mittels spezieller Strategie besiegen könnt. Die Kniffe reichen dabei von einfachen Geschicklichkeitspassagen über Reaktionsspiele bis hin zu Logikrätseln. Unglücklicherweise kommen diese Titanenkämpfe allerdings in keiner Weise an die Kämpfe seines Seelenverwandten von Team Ico heran, sondern sind allesamt sehr einfach zu durchschauen und beinahe genauso einfach zu meistern. Habt ihr das jeweilige Muster erst begriffen, legt ihr so in Windeseile den Weg zu Kristallen frei, die aus den Körpern der Biester ragen und an denen es sich in Drachenform festzubeißen gilt. Habt ihr das geschafft, müsst ihr nur noch ein kleines Kombinationsrätsel lösen, um den jeweiligen Kristall zu zerbrechen. Selbst im Hard Modus (den ihr nach dem erstmaligen Durchspielen freischaltet), gestaltet sich dies jedoch reichlich einfach. Der Rest des Spiels bleibt übrigens im Hard Modus genau gleich – es ändert sich wirklich nur der Schwierigkeitsgrad dieser Puzzle-Einlagen, sodass jeder Kampf, selbst die schwierigen Varianten, in wenigen Minuten erledigt sein sollten.

oure menschenform

Habt ihr einen Titanen besiegt, kehrt dieser auf die Welt zurück und ihr erfahrt in einer kurzen Szene ein klein wenig mehr über deren Hintergründe und was einst in ihr geschah. Alle Kämpfe zusammen werden euch kaum länger als drei Stunden fesseln und auch die Story-Brocken, die ihr so sammelt, bieten kaum Überraschungen. Warum solltet ihr Oure dann dennoch spielen? Weil es bei diesem Spiel eben weder um die Story, noch um die Titanenkämpfe geht.

oure ausweichen

Zwischen den Titanen-Herausforderungen schwebt ihr also im idyllischen Wolkenreich umher und sammelt Orbs – aber nicht nur die blauen Währungsorbs warten dort auf euch, auch andersfarbige Kugeln, die eure Ausdauer erhöhen, euren Lichtsensor für andere Fundstücke sensibilisieren oder euch Kugeln von weiter weg magnetisch anziehen lassen. Ebenso gilt es, Artefakte und Inschriften zu finden, wobei ihr hierfür teilweise auch kleine und wiederum sehr leichte Plattformer-Passagen in Menschenform lösen müsst. Und hier liegt nun endlich der wahre Sinn von Oure: Ähnlich wie etwa auch bei Flower scheint das wahre Spielprinzip darin zu liegen, einfach ein paar gut gelaunte, völlig einspannte Stunden beim Erkunden der ästhetischen Wolkenwelt zu verbringen, ohne dabei wirklich Großartiges zu leisten. So steuert ihr euren Drachen mit flüssigen Bewegungen durch die Lüfte, genießt den Anblick der märchenhaften Welt (das Wetter bzw. die Tageszeit und somit auch die Farben ändern sich nach jedem besiegten Titanen – mal fliegt ihr durch einen dunkelblauen Nachthimmel, mal durch die orange leuchtende Morgendämmerung, mal durch gräuliche Regenwolken), und lasst eurer Sammellaune beim Suchen und Finden der Orbs und Gegenstände freien Lauf. Action erwartet euch dabei keine, die spärlichen Infos, die ihr aus den Inschriften zieht, rechtfertigen die Suche kaum, und auch die Skill-Orbs bringen euch nur bedingt Vorteile für eure Hauptaufgabe, aber interessanterweise hat das Ganze dennoch seinen unwiderstehlichen Charme, der einen sogar über kleinere Kamera- und Sichtprobleme hinwegsehen lässt.

oure orbs sammeln

Dass das Spiel wohl bewusst in erster Linie auf Ästhetik sowie positive Emotionen und weniger auf Action ausgelegt ist, bestätigen auch die Belohnungen, die es für die Erfüllung diverser Aufgaben gibt, etwa für das Besiegen aller Titanen oder das Auffinden aller Orbs in einem der acht, den jeweiligen Titanen zugehörigen, Gebiete: Hierfür schaltet ihr nämlich keine Verbesserungen eures Drachen oder ähnliche Gameplay-Erweiterungen frei, sondern schlicht tolle Artworks zum Spiel, die ihr dann im Menü betrachten könnt.

 

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