Assassin’s Creed Origins

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Es ist so weit! Am 27. Oktober 2017 ist nach einer einjährigen Pause, in der die Assassin’s Creed-Fangemeinde zumindest mit einem Film vertröstet wurde, das neue Assassin’s Creed Origins erschienen! Was bedeutet das alles für euch? Ihr könnt nun die Ursprünge der Assassinen-Bruderschaft von vor über 2000 Jahren erforschen! Wir haben den jüngsten Serienteil für euch auf (durchstochene) Herz und Nieren getestet!

Die erste Änderung, die an Assassin’s Creed Origins auffällig ist, ist die, dass wir im neuesten Ableger wieder mal einen neuen Protagonisten in einer neuen Ära steuern dürfen: Mit Bayek von Siwa, einem Medjai (einer Art Beschützer, Berufssoldat, Polizist oder Karawanenführer des Volkes), könnt ihr diesmal das alte Ägypten erforschen und diversen Geheimnissen sowie Intrigen auf den Grund gehen. Sogar die berühmten Pyramiden könnt ihr genauer unter die Lupe nehmen und der Sphinx auf den Kopf klettern. Das Game-Setting bietet allerhand Abwechslung und nette Überraschungen  in der Zeit vor Christus.

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Auch das Menü hat sich deutlich verändert: Ihr könnt nun zwischen drei Schwierigkeitsgraden wählen (leicht, normal, schwer) und auch drei Speicherplätze stehen euch zur Verfügung. Möchte also noch jemand auf eurer Konsole spielen: kein Problem! Das Hauptmenü an sich ist wie ein Computermenü aufgebaut (die Animus- und Abstergo-Anspielungen dürfen natürlich nicht fehlen) und es werden auch mögliche DLCs, Kaufoptionen, neue Sonderangebote, Errungenschaften und mehr angezeigt. Zudem gibt es einen Shop, in dem ihr alle möglichen Goodies sowie Informationen rund um das Spiel erhaltet. Neu ist auch die Einflechtung des Ubisoft-Clubs. Möchtet ihr euren Spielverlauf ganz genau verfolgen, loggt ihr euch mit eurem Konto ein, und los geht es. Dort seht ihr Bestenlisten, euren Spielefortschritt, die Zeit, die ihr bereits investiert habt, und Gratis-Gegenstände, die ihr für den Abschluss diverser Herausforderungen im Spiel selbst bekommen habt. Wenn ihr diese runterladet, stehen sie euch dann auch im Game zur Verfügung.

Auch was Kletter-, Stealth- und Kampfelemente angeht, gibt es aufallende Änderungen: Ihr könnt nun Gegner anvisieren, mit eurem Schild Attacken abblocken, ausweichen, einen deckungsdurchbrechenden Schlag ausführen und auch während des Kampfes rasch zu eurem Bogen greifen, um euch eures Lebens zu erwehren. Kopfschüsse sind logischerweise auch in diesem Spiel kritisch und können je nach Level und Gegnerstärke zum sofortigen Tod führen. Die Kamera könnt ihr ausrichten, wie ihr wollt, doch müsst ihr euch erst etwas in die Steuerung einfinden, denn die Gegner sind nicht mehr ganz so plump wie bei manchen Vorgängern – vor allem dann nicht, wenn sie in der Überzahl sind. Mit etwas Übung geht aber alles schön von der Hand und ihr werdet eure Kampfskills recht schnell wieder bestens zum Einsatz bringen können (vor allem, da ihr im Menü auch wieder neue Kombos und Fähigkeiten via Punktesystem erlernen könnt).

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Zusätzlich gibt es nun auch ein Levelsystem, dank dem ihr selber entscheiden könnt, wie gut ihr euch für die nächste Hauptmission vorbereiten wollt. So gibt jeder Gegner, den ihr besiegt, eine Portion Erfahrungspunkte ab, aber auch die Entdeckung von neuen Ortschaften pro Map-Teil liefert Punkte. Möchtet ihr also zuerst aufleveln, könnt ihr einfach dem Volk oftmals feindlich gesinnte Soldaten metzeln oder Tiere erlegen, um eure Aufrüstung auf einen höheren Stand zu bringen – oder ihr sucht absichtlich die Herausforderung und lauft schnurstracks von Mission zu Mission. Dieser kleine Kniff im System bietet somit auch weitere Möglichkeiten, den Schwierigkeitsgrad selbst anzupassen, eben je nachdem, welche Spielart man für sich selbst wählt.

Aber Assassin’s Creed Origins macht natürlich nicht alles neu, und so kommt auch das bekannte Adlerauge wieder zum Einsatz – wenn auch mit verringerter Funktion. Zwar werden euch bei Einsatz wiederum Gegenstände in der Nähe angezeigt, die ihr plündern könnt, doch um euer Ziel und andere Missionselemente zu finden, habt ihr im jüngsten Teil eure alte Adlerdame Senu an der Seite. Mit ihr könnt ihr die Welt von oben überblicken, in den Gleitflug übergehen oder sie anhalten, damit ihr mit ihren scharfen tatsächlichen Adleraugen sämtliche Gegner in der Nähe sowie Missionsziele ausfindig machen könnt. Diese sind dann für Bayek markiert. Senu kann im Übrigen auch auf Tiere gehetzt werden, die sie dann angreift. Apropos Tiere: Reittiere stehen euch ebenfalls wieder von Anfang an zur Verfügung, obwohl ihr hier nun zwischen Pferden und Kamelen wählen könnt.

Senu

Ähnlich wie in älteren Assassin’s Creed-Teilen, könnt ihr Bayeks Ausrüstung auch wieder mittels Herstellung und Materialien (Tierhäute, Holz und mehr) verbessern und aufrüsten. Waffen können ebenfalls mit Geld und Materialien bei einem Waffenhändler aufgewertet werden, um euch besser zu schützen und natürlich auch eure Angriffsstärke zu erhöhen.

In Sachen Missionsstruktur setzt man auf Gewohntes mit neuen Elementen: Neben den Hauptmissionen gibt es diesmal natürlich auch wieder etliche Nebenmission. Was diesmal allerdings hinzu kommt: Manche Nebenmissionen bieten bei Erforschung sogar versteckte Cutscenes. So erfahrt ihr zum Beispiel mehr über Bayeks Vergangenheit, oder werdet mit der einen oder anderen Szene, die zur Welt- und Charaktervertiefung beiträgt, beschenkt. Es lohnt sich also auf jeden Fall, auch den Nebenmissionen ein bisschen mehr Beachtung zu schenken und jedes Gebiet der riesigen Map genau zu erforschen – und wenn wir riesig sagen, meinen wir das auch. So ist es zum Beispiel problemlos möglich, bereits in Sequenz 1 knapp fünf Stunden Spielzeit allein in die Erforschung des ersten Abschnitts der Spielwelt zu investieren. Wenn es euch also an Entdeckungs- und Forschungsdrang nicht mangelt, wird euch Assassin’s Creed Origins garantiert sehr lange mit unterschiedlich und liebevoll gestalteten Kleinigkeiten belohnen.

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In Sachen Grafik ist der Titel in seriengewohnter Art und Weise wieder eine reine Augenweide: Welt, Personen, Tiere, Gegenstände, Umgebung – alles wirkt so real und mit so viel Mühe erschaffen, dass man am am liebsten immer wieder einfach die Kamera schwenken und die vielen Einzelheiten bewundern möchte. Und diesmal könnt ihr die schönsten Momente dabei sogar festhalten, denn ebenfalls neu zum Spiel hinzugekommen ist ein Fotomodus, bei dem ihr an Bayek oder sein Umfeld heranzoomen, die Zeit anhalten und Fotos machen könnt. Es gibt auf der Karte auch immer wieder eingezeichnete Vierecke, die Orte markieren, an denen besonders viele Spieler Fotos gemacht haben. Diese könnt ihr euch dann ansehen und sogar mit einem Herz bewerten.

Der Soundtrack ist – wie immer bei der Reihe – wieder einmal traumhaft und untermalt das Spielgeschehen angenehm, dramatisch, entspannend und aufregend, aber vor allem immer atmosphärisch.

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Zusammenfassend wird bei Assassin’s Creed Origins deutlich, dass sich Ubisoft sehr viel Mühe in Sachen Steuerung, Grafik, Soundtrack und Gameplay-Neuerungen gesteckt hat – aber nicht nur in diese. Auch die Geschichte steckt wieder voller Überraschungen und dreht bereits zu Beginn voll auf. Wert auf Detail wurde diesmal auch nicht nur bei Bayeks Reise in der Vergangenheit gelegt, sondern endlich auch auf die Story in der Gegenwart. Wie seit dem ersten Teil von Assassin’s Creed  ja bekannt ist, tritt wieder ein Charakter in Erscheinung, der durchaus einen neuen Zyklus á la Desmond Miles einleiten könnte. Ohne zu viel zu verraten: In der Gegenwart könnt ihr euch, wie seit Anbeginn, in euren Computer einloggen. Dort habt ihr Files, Unterlagen, Fotos, Tonaufnahmen und Berichte, die es zu lesen, betrachten und hören gilt. Und das Beste: Die Geschichte umspannt jeden einzelnen Teil der Assassin’s Creed-Reihe. Nicht nur, dass nun auch der Film offiziell zum Kanon hinzugefügt wurde (Filmantagonist Alan Rikkin wurde in vorigen Teilen ja schon in diversen E-Mail-Konversationen erwähnt), stellt er nun sogar einen offiziellen weiteren Teil der Games dar, nur eben in Form eines anderen Mediums. So taucht auch Rikkins Tochter Sophia/Sofia (die Schreibweise variiert leider) in der Form auf, dass der neue Gegenwartscharakter mit ihr via E-Mails in Verbindung steht. Auch wird auf den neuen Animus-Arm des Films (die Aerie) im Spiel Bezug genommen. Er erhält nun eine Erklärung und genaue Beschreibung. Sogar mit einer kleinen Verbindung direkt zum Gegenwarts-Charakter (über den wir euch noch nicht zu viel verraten wollen – überrascht euch lieber selbst!). Ubisoft bietet euch auch ein neues Animus-Modell in diesem Teil.

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Abschließend kann gesagt werden, dass Ubisoft sich bei Assassin’s Creed Origins die größte Mühe gegeben hat. Natürlich kann das Gameplay nicht komplett von Grund auf neu erschaffen werden; es ist und bleibt ein Assassin’s Creed-Teil – doch es sind durchaus genügend Änderungen vorhanden, um dem Spielspaß frische Würze zu geben. Und das Wichtigste: Assassin’s Creed Origins lebt ein weiteres Mal vor allem auch von seiner Geschichte. Jeder einzelne Serientitel ist Teil eines stimmigen Ganzen und gerade Assassin’s Creed Origins verbindet alle diese Teile wiederum gekonnt miteinander. Die Gegenwart zieht sich wie ein roter Faden (mit Bezugnahme auf die tatsächlichen und fiktiven historischen Charaktere) durch alle Spiele und nun sogar auch durch den Film. Wer zumindest einem Teil der Assassinen-Saga etwas abgewinnen konnte, sollte also unbedingt auch Assassin’s Creed Origins eine Chance geben – langjährige Fans der Serie werden hingegen ein weiteres Mal begeistert.

 

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