Final Fantasy XV – A New Empire

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Zuerst gab es bloß Bilder aus dem neuseeländischen iTunes-Store, in dem angeblich ein Handyspiel namens A New Empire aufgetaucht war, das zum Final Fantasy XV-Universum gehören sollte – diese Gerüchte wurden jedoch aufgrund der schlechten Bilderqualität schnell wieder als Fake abgetan. Später allerdings bestätigte Square Enix, dass es sich bei dem Titel tatsächlich um ein echtes FFXV-Spin-off für Android/iOS handelt, das von Machine Zone, Inc. (MZ) unter dem Namen Epic Action LLC entwickelt wurde und schlussendlich von Square die Lizenz dafür bekam, die Marke Final Fantasy zu verwenden. Wir verraten euch, was aus dem Third-Party-Strategie/MMO-Ableger schlussendlich geworden ist.

Zitadelle und Gebäude

Der Anfang
Der Trailer sah vielversprechend aus, wie auch der massenhafte Zugriff auf den Download bei der Veröffentlichung des Titels am 29. Juni 2017 bestätigte, und zu Beginn läuft alles auch noch rund und gut – immerhin soll ja die Spiellust geweckt werden: Sobald ihr das Game startet, bekommt ihr ein eigenes Imperium, das mit der Zitadelle steht und fällt, die es gegen den Einsatz von Ressourcen stets zu verbessern gilt. Manch andere Gebäude können erst aufgewertet werden, wenn ihr die Zitadelle höher levelt. Dafür muss dann aber zum Beispiel auch die Stadtmauer erst erhöht werden, oder der Wachturm aufgewertet, die Bank ausgebaut, … – je nachdem. Auch gibt es Banken und Botschaften, ein Arsenal, wo ihr Gegenstände herstellen könnt, und einen Handelsplatz, der vor allem für eure Gildenmitglieder sinnvoll ist. Hier könnt ihr ebenso die Forschung vorantreiben, damit die Handelssteuer niedriger wird (die Unsummen von Ressourcen und Gil kostet). Das Gildengebäude, das euch ab Level 5 zur Verfügung steht, hilft euch dabei, dass ihr Feldzüge oder Kriegsverteidigungen organisieren könnt. Wird ein Mitglied angegriffen, kann man ihm Streitkräfte zukommen lassen, oder auch Ressourcen.

Bergwerk verbessern und Ausbildungsgebäude

Neben eurem Imperium mit allen Gebäuden, dem offenen Open-World-Teil, wo ihr alle Spieler, Gilden-Hives, Ressourcenlager und angreifbare Monster sehen könnt, gibt es auch noch den Gilden- oder öffentlichen Chat, um mit anderen Spielern interagieren zu können. Natürlich gelingt das auch via Nachrichten. Dazu könnt ihr private Räume oder private Gruppenchats eröffnen, wo jeder beitreten kann, der den entsprechenden Namen kennt. Es gibt auch Spielerprofile und Bestenlisten, aber auch das sogenannte Prüfungsareal in eurem Imperium, wo ihr gegen Puddings kämpfen könnt. Das Setting erinnert hier sehr an das Hauptspiel FFXV, denn Noctis stürmt in animierter Form voran und attackiert das wabbelige Monster. Der Haken an der Sache: Um angreifen zu können, braucht ihr Äther und dieser kostet euch Loyalitätspunkte oder Gold. Und um mehr Gold zu erhalten, müsst ihr entweder im Tresorraum ständig einzahlen, wo ihr ab Level 2 von 100 Gold nach zwei Stunden 150 erhält – also 50 Gold Gewinn macht –, oder aber ihr kauft dieses für reales Geld.

Held und Pudding

Im Grunde ist das Gold von A New Empire das ultimative Lösungsmittel, um die langen Bau- oder Forschungszeiten zu umgehen, um schnell viele Ressourcen zu bekommen oder um euren Helden, der derzeit noch aus Noctis Lucis Caelum besteht (bald kommen mehr wie Gladiolus und Lunafreya), voranzutreiben. Euer Held erhält immer wieder Erfahrungspunkte und Angriffsenergie, um im Open-World-Teil Monster angreifen zu können. Dazu gibt es Helden- und Gildenquests, auf die ihr ihn immer wieder schicken könnt, um Erfahrungspunkte und Loyalität für diesen zu sammeln. Ihr könnt ihn mit Gegenständen ausrüsten und diese jeweils mit Edelsteinen besetzen, um ihn stärker zu machen. In der Universität könnt ihr für eure Ökonomie, euren Helden, eure Verteidigung und den Kampf diverse Fähigkeiten erforschen, um euer Imperium immer stärker werden zu lassen.

Wo das alles zu Beginn noch rasch und spaßig läuft, mündet der Spielspaß jedoch schnell in Frust …

Gold und Quests

Pay to Win
Warum? Schnell werden immer mehr Energiespeicher, Steinbrüche, Bergwerke und Farmen benötigt, die man obendrein hochleveln muss – bloß die Ressourcen dafür, die gibt es alles andere als in Hülle und Fülle. Oder zumindest nicht, ohne ordentliche Summen an Geld in das Spiel zu investieren. Mit guten Überlegungen könnt ihr das anfängliche „Stein-Problem“ zwar noch gut umgehen, wenn ihr mehr Steinbrüche baut. Danach wird jedoch schnell auch das Metall knapp: Kein Problem, baut einfach mehr Bergwerke. An Energie oder Nahrung mangelt es spätestens ab Level 13. Wenn ihr eure Streitkräfte im Ausbildungsgelände zahlenmäßig wachsen lasst und dadurch mehr Krieger, Magier, Kavallerie und Belagerungsmaschinen habt, fehlt natürlich bald das Essen für eure Truppen. Zudem brauchen eure Streitkräfte neben Nahrung und Kasernen auch ein gut ausgebautes Krankenhaus samt dazugehörigen Krankenstationen, um euch gegen Gegner verteidigen zu können – natürlich wiederum alles für Ressourcen zu haben, die jedoch nur sehr, sehr, sehr langsam eintröpfeln. Und dass sämtliche Wartezeiten obendrein immer höher werden, bis zu Ausmaßen, die von Spielspaß nur noch träumen lassen, braucht an dieser Stelle wohl kaum noch erwähnt werden. Natürlich kann man all diese Probleme jedoch wiederum per Gold-Einsatz beheben – und hier kommen wir auch schon zum Kernproblem von A New Empire: Wer sich rein auf die Free2Play-Mechanik des Titels verlässt, der wird sehr bald feststellen, dass er von anderen Spielern, die ihn angreifen, problemlos besiegt (und ausgebeutet) wird. In anderen Worten: Wer nicht rechtzeitig reales Geld investiert, muss nicht nur sehr geduldig sein, was den Spielspaß schon gehörig zügelt, er hat auch kaum Chancen, langfristig im Spiel zu bestehen, womit jegliche Freude an dem Titel endgültig stirbt. Die Gildenmechanik soll dem zwar entgegenwirken, durch häufige Serverzusammenlegungen, die Mitglieder derselben Gilde jedoch auseinander reißen, ist dies nur theoretisch möglich. Wer nicht zahlt, wird vernichtet.

Berichte und Beschleuniger

Werbung in Hülle und Fülle
Dass A New Empire sehr viel Wert auf Investitionen legt, zeigt schon die Art, in der immer wieder Werbeeinschaltungen getätigt werden und wie viel diese Add-ons kosten. Zum Beispiel gab es gleich am Releasetag ein einmaliges Angebot, bei dem ihr nur knappe 6 € zahlen musstet, um Ressourcen und Erfahrungspunkte zu bekommen. Hattet ihr dieses Angebot genutzt, konntet ihr euren Tresorraum automatisch auf Level 2 erhöhen. Danach kam jedoch gleich das nächste Angebot – diesmal musstet ihr gleich knappe 21 € zahlen, wenn ihr noch mehr Ressourcen bekommen und euren Tresorraum höher leveln wolltet. Die Preise variieren und – vor allem – steigen. Kombiniert man dies mit den oben genannten Problemen in Sachen Resourcen-Beschaffung, Wartezeit und Gilden-Taktiken wird schnell klar, dass man es hier wohl in erster Linie auf schnelle Einnahmen abgesehen hat – ohne wirklich viel dafür bieten zu wollen. Selbst das Final Fantasy XV-Thema kommt eindeutig zu kurz – sehen die Gebäude dem Stil des Hauptspiels doch kaum ähnlich.

Gilden und Monster

 

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