Halo Wars 2

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Es ist 8 Jahre her, dass wir die Crew der Spirit of Fire im Cryoschlaf zurückließen. Die ganze Zeit über haben wir uns gefragt, was bloß aus ihnen werden wird, sollten sie jemals wieder ihre Heimat Erde erreichen … Und hat Forge nicht doch einen Weg gefunden, vom Planeten zu fliehen? All die Jahre mussten wir auch auf eine Fortsetzung des wohl erfolgreichsten Echtzeitstrategie-Spiel auf einer Konsole warten, bis unser Flehen nun endlich erhört wurde. Lest hier unseren Eindruck!

Knapp 30 Jahre sind vergangen, seitdem sich Captain Cutter als letzter in den Cryoschlaf begab. Serina, die sarkastische KI der Spirit of Fire, spricht in ihrem letzten Kommunikee zu uns, während das Schiff langsam aus seinem Winterschlaf erwacht. Sie erklärt uns, dass das Schiff während unseres Schlafes repariert wurde und daher nun zu 100 Prozent einsatzbereit ist. Gleichzeitig sagt sie uns aber auch, sie habe sich nach den UNSC-Richtlinien für KI nach sieben Jahren selbst gelöscht. Das macht uns ein wenig traurig, da man sie doch irgendwie lieben gelernt hat. Viel Zeit, Serina zu vermissen, bleibt uns allerdings nicht, denn schon fängt Anders einen verschlüsselten Funkspruch auf, dessen Ursprung das Spartan Team Rot auch sofort nachgeht – und bevor wir uns versehen, sind wir mal wieder mitten im Krieg.

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Eines der größten Probleme von Echtzeitstrategiespielen auf Konsole war lange Zeit, die komplexe Steuerung, die am PC möglich war, auf ein Gamepad zu übertragen. Der erste Teil von Halo Wars räumte 2009 ein für alle mal damit auf und bot eine intuitive Steuerung mit vielen schnellen Shortcuts und einem reduziertem Techtree, die auch ideal auf Konsolen spielbar war. In diese Fußstapfen tritt nun auch der Nachfolger Halo Wars 2. So wurde die Steuerung nur minimal angepasst und um ein paar kleine Features verbessert, und auch die Grafiken wurden entsprechend der Möglichkeiten der Xbox One erheblich verbessert. Der Techtree wurde etwas abgewandelt und mit neuen Einheiten aufpoliert, bleibt allerdings sehr simple und in großem Ausmaß wie man ihn bis dato kennt und liebt.

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Die Kampagne wird begleitet von traumhaften Sequenzen, die schon beinahe Kinoniveau haben, stellen sich aber als etwas kurz geraten heraus. Die Missionen sind generell nicht allzu fordernd, sodass auch Strategie Neulinge keine allzu großen Probleme haben werden, diese erfolgreich zu meistern. Um auch Hardcore-Gamer nicht zu langweilen, hat man jedoch obendrein Bonusziele eingebaut, die die Missionen weitaus anspruchsvoller gestalten. Spielerisch unterscheiden sich die beiden Fraktionen kaum voneinander, jedoch fällt bei beiden negativ auf, dass viele klassische Echtzeitelemente unter den Tisch gekehrt wurden: Ressourcen stehen unlimitiert zur Verfügung und Bauwerke können vorwiegend an festgesetzten Punkten errichtet werden. Viel vom eigentlichen Spaß an Echtzeitstrategie, nämlich dem geplanten Aufbau von Einrichtungen sowie dem Taktieren und Haushalten mit Rohstoffen, geht somit verloren, was schlicht schade ist. Positiv zu erwähnen seien indessen die Generalsfertigkeiten, die ebenfalls mit Rohstoffen gekauft werden und deren gezielter Einsatz die Schlachten durchwegs entscheiden kann.

Fokus auf Multiplayer
Man merkt sehr schnell, dass bei Halo Wars 2 nicht die Kampagne, sondern ganz klar der Multiplayer im Vordergrund steht – und hierfür hat man sich gleich zwei Arten einfallen lassen: Zum einen gibt es den klassischen Modus, in dem man seine Basen baut, Ressourcen erntet und sich seiner Weiterentwicklung widmet. Die zweite und neuere Variante ist der Blitz-Modus. Hier wird zu Gänze auf den Bau einer Basis verzichtet und Einheiten in Wellen gegeneinander geschickt. Diese Einheiten werden über Karten aktiviert, die ihr durch Herausforderungen freischalten, oder aber auch käuflich erwerben könnt. Der Nachteil an der Sache: Wer bereit ist, mehr in den Shop zu investieren, ist klar im Vorteil. Leute, die also “nur” die rund 70 Euro für das eigentliche Game bezahlen möchten, sich an dieser Stelle also zurecht ärgern.

Der zweite Multiplayer-Modus ist der Blitz-Modus, der die Echtzeitstrategie auf das Wesentliche reduziert, nämlich den geschickten Einsatz der eigenen Einheiten. Auch hier gilt, was sich im ganzen Spiel bemerkbar macht: Halo Wars 2 setzt offensichtlich weniger auf lange Planung denn auf kurzfristige Action.

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Halo Wars 2 bietet zudem noch ein weiteres Feature, und zwar ist es ein Play Anywhere Titel. Das heißt, ihr könnt es sowohl auf eurer Xbox wie auch auf eurem Windows 10 PC spielen und eure Fortschritte werden synchronisiert – und hier kommt ein weiterer Wermutstropfen des Titels ins Spiel: Die Steuerung, die am Gamepad wundervoll funktioniert, wird hier nun auf Maus und Tastatur übertragen, und das eher schlecht als recht. Das Interface ist unübersichtlich und überdeckt zu viel vom Bildschirm und die Hotkeys der Tastatur folgen keiner ersichtlichen Logik. Zudem bietet Halo Wars 2 leider kein Crossplay, was bedeutet, ihr könnt trotz Play Anywhere Funktion nur gegen Freunde spielen, die in diesem Moment auf dem gleichen System wie ihr unterwegs sind.

 

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