Regrets of the Past:
Star Wars aus Österreich

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Wer Fanfilm hört, dem kommen schnell verwackelte YouTube-Videos, Karton-und-Klebeband-Props oder uninspirierte Stories in den Sinn. Dass das alles aber auch ganz anders aussehen kann, das beweisen die Macher des neuen Star Wars Fanfilms Regrets of the Past, deren Streifen sich hinter großen Hollywood Produktionen garantiert nicht verstecken muss. Wir haben uns die coole Krieg der Sterne-Story schon vor ihrem offiziellen Release für euch angesehen und der Crew hinter dem Werk einige Geheimnisse zu ihrer Entstehung entlockt.

Auf die Idee, einen eigenen Star Wars Film zu machen, kam das 150 Mann (und Frau) starke Team rund um Regisseur Bernhard Weber und Produzentin Laura Hermann während einer, wie uns versichert wurde, “stocknüchternen” Party: “Nach einem lustigen Abend um 2 Uhr früh in der Küche entstehen die besten Ideen. Man sagt allem zu und am Morgen hat man dann meistens auch alles wieder vergessen – nur diesmal kam’s dann eben anders”, erzählt Bernhard von den Ursprüngen des Megaprojekts. “Die erste Idee war eigentlich, einen Kurzfilm zu drehen: fünf Minuten Lichtschwertkampf im Wald, zwei helle Jedis gegen drei dunkle Jedis, einfach weil wir schon immer mal einen eigenen Star Wars-Short drehen wollten.”

star wars regrets of the past

“Wir wollten einen Film schaffen, der die breite Masse an Star Wars Fans, die eben die Filme kennen und lieben, anspricht,aber auch ein wenig die Nerd-Kultur bedient, mit Anspielungen an die Lore”

Bernhard arbeitet, genau wie viele andere im Regrets of the Past-Team, auch beruflich in der Film- und Medienbranche. Das Wissen darum, einen professionellen No-Budget-Film zu drehen, war also da – und die Unterstützung ließ nicht lange auf sich warten. “Star Wars ist dankbar. Viele Leute lieben die Filme und gerade in Österreich hat man auch nicht oft die Möglichkeit, an einem Fantasy oder Sci-Fi-Film zu arbeiten, deshalb waren viele Leute schnell begeistert davon, bei so einem Projekt mit zu machen.”

Innerhalb kurzer Zeit entstand also aus der ersten Kurzfilm-Idee ein Drehbuch für einen vollwertigen Fanfilm. Der erste Story-Entwurf stammte dabei von Daniel Trauner, der auch eine der Hauptrollen im Film übernimmt, den dunklen Jedi Arlan: “Nachdem klar war, dass wir aus dem Projekt ruhig auch mehr machen wollten als nur einen Fünf-Minuten-Short, war die Prämisse, einfach eine coole Story zu schreiben, ohne groß darauf zu achten, wie lange der fertige Film so werden würde, also hab ich genau das gemacht.” Und das rund 70-minütige Ergebnis kann sich mehr als sehen lassen.

Die Story-Idee von Regrets of the Past  stammt von Daniel Trauner, der auch in die Rolle des dunklen Jedi Arlan schlüpft

Die Story-Idee zu Regrets of the Past stammt von Daniel Trauner, der auch in die Rolle des dunklen Jedi Arlan schlüpft

Regrets of the Past ist zwischen Episode III und IV angesiedelt und verfolgt die Story von Padawan Kaila Dain (Sophia Grabner) und ihrem Jedi-Meister Pash Sularen (Joe Baumgartner). Anakin Skywalker nennt sich mittlerweile Darth Vader und verfolgt sämtliche Jedis in der Galaxis – so auch Pash und Kaila. Nach einer spektakulären Verfolgungsjagd durch ein Meteoritenfeld, das den Streifen einläutet, stürzt das Schiff der beiden Jedis auf einem vermeintlich unbewohnten Waldplaneten ab – doch stellt sich schnell heraus, dass die zwei dort doch nicht ganz so alleine sind, wie sie dachten, denn alte Bekannte haben ebenfalls ihren Weg hierher gefunden …

Für das optische Design und damit einen großen Teil des Look & Feel von Regrets of the Past zeichnet sich Art Director und Digital Artist Toni Trauner verantwortlich. Aus seiner Feder stammen nicht nur das Storyboard sowie der Großteil der einzigartigen Kostüm-Designs, er hat sich auch intensiv mit den tiefgründigeren Aspekten des Films befasst: “Unsere Idee war, aus dem üblichen Schwarz-und-Weiß des Star Wars-Universums auszubrechen und stattdessen ein wenig mehr Grau in die Geschichte zu bringen – deshalb auch dunkle Jedis und keine Sith.” Und der Plan ist aufgegangen.

Beinahe alle Props und Kostüme wurden vom Team selbst entworfen, gebaut und genäht

Beinahe alle Props und Kostüme wurden vom Team selbst entworfen, gebaut und genäht

Regrets of the Past ist keine übliche 08/15-Story rund um den Kampf zwischen Gut und Böse, sondern wirft vielmehr die Frage auf, wo die helle Seite endet und die dunkle Seite beginnt. Den Part der dunklen – oder in diesem Fall dünkleren – Seite übernehmen dabei die drei Dark Padawans Arlan (Daniel Trauner), Vantis (Markus Haydn) und Crim (Mark Mayr) sowie deren Meister Sorutai Naro, gespielt vom bekannten Wiener Darsteller Johannes Seilern.

Daniel zeichnet sich auch für die actionreichen Kampfsequenzen im Film verantwortlich. Er leitet beruflich seinen eigenen Dojo in Niederösterreich und ist überdies Experte in asiatischer Kampfkunst – Wissen, das ihm beim Choreographieren der Lichtschwertkämpfe sehr zugute gekommen ist. Seine Einbindung verschiedener Techniken stellt zudem sicher, dass die hellen und dunklen Jedis beim Schwingen ihrer Lichtschwerter nicht nur cool aussehen, sondern sogar jeder von ihnen seinen ganz eigenen Kampfstil mitbringt.

Für die Cast konnten so bekannte Gesichter wie Joe Baumgartner als Pash Sularen oder Johannes Seilern als Sorutai Naro gewonnen werden

Für die Cast konnten so bekannte Gesichter wie Joe Baumgartner als Pash Sularenoder Johannes Seilern als Sorutai Naro gewonnen werden

Apropos Lichtschwerter. Wie werden aus Stöcken die ikonischen Waffen der Machtbegabten? In hunderten Stunden Handarbeit. Wie eingangs erwähnt, handelt es sich bei Regrets of the Past um einen No-Budget-Film, weshalb so gut wie nichts zugekauft und stattdessen auf das (unbezahlte) Wissen und die Skills jedes einzelnen Teammitglieds gesetzt wurde. Die Lichtschwerter wurden dabei etwa in jeder einzelnen Szene von Regisseur Bernhard manuell rotoskopiert (übermalt), während beinahe alle Sounds aus der Zauberhand von Tonmeister Andre Schwarz stammen.

Die visuellen Special Effects wurden hingegen von der Postproduction Firma k-effects und einem Team von äußert begabten VFX-Artists geschaffen. Einer davon ist Gerhard Bottermann, der in den letzten 1,5 Jahren einen Großteil seiner Freizeit damit verbracht hat, Hollywood-reife Sequenzen wie die anfängliche Verfolgungsjagd im Weltall gekonnt in Szene zu setzen: “Die größte Herausforderung war, alles wirklich so umzusetzen, wie man es sich ausgemalt hat. Wir wollten nicht bloß ‘schnell ein Meteoritenfeld rauswerfen’, sondern haben wirklich viel Zeit damit verbracht, an den Texturen zu arbeiten und uns zu überlegen, wo jeder einzelne Brocken im Endeffekt im Raum stehen soll.”

Die Special Effects des Fanfilms können sich auch im Vergleich mit großen Hollywood Produktionen durchaus sehen lassen

Die Special Effects des Fanfilms können sich auch im Vergleich mit großen Hollywood Produktionen durchaus sehen lassen

Trotz 1A-Effekten und talentierten Darstellern unter großartiger Anleitung ist ein Film allerdings dennoch immer nur so gut wie sein Soundtrack – und auch da ist man bei Regrets of the Past auf Gold gestoßen. Der Score des Fanfilms wurde vom talentierten britischen Wahl-Wiener Mark Peter Royce komponiert: “Ende 2014 hatte ich über einen gemeinsamen Bekannten erfahren, dass noch jemand gesucht wird, der für einen Star Wars-Fanfilm aus Österreich die Musik komponieren sollte – und viel mehr musste gar nicht gesagt werden”, erzählt Mark begeistert darüber, wie er zum Team gestoßen ist.

Teil des fantastischen Soundtracks, der in der fertigen Fassung bloß vier Minuten kürzer ist als der Streifen selbst, ist ein rund 30 Personen starker Chor, der von Mark ebenfalls eigens für den Film aufgenommen wurde und die düster-mystische Stimmung vervollständigt: “Wir wollten einen Sound, der sofort als Star Wars erkennbar ist, aber dennoch nicht einfach John Williams kopiert. Der Chor passt da perfekt und verleiht Regrets of the Past die genau richtige Atmosphäre.” Und nach dem ersten Mal ansehen, können wir das genau so bestätigen.

Das kreative Kernteam hinter Regrets of the Past, von links nach rechts: Toni Trauner (Art Director, Story Board, Kostümdesign), Laura Hermann (Produktion, PR, Sonnenschein am Set), Bernhard Weber (Projektleiter, Regisseur), Mark Peter Royce (Komponist)

Das kreative Kernteam hinter Regrets of the Past, von links nach rechts: Toni Trauner (Art Director, Story Board, Kostümdesign), Laura Hermann (Produktion, PR, Sonnenschein am Set), Bernhard Weber (Projektleiter, Regisseur), Mark Peter Royce (Komponist)

Bisher wurde Regrets of the Past zwei Mal öffentlich gezeigt – einmal im Wiener Gartenbaukino und einmal im Zuge des Sci-Fi-Days im Wiener Prater. Beide Vorstellungen waren randvoll und beide Male war die Reaktion des Publikums dieselbe: Absolute Begeisterung und die Frage danach, wann denn mit einer Fortsetzung zu rechnen sei. Natürlich konnten auch wir nicht widerstehen, zu fragen: “Die erste Fangfrage war immer, wann der Film denn nun fertig sei – das hätten wir erledigt. Jetzt kommt immer die Frage, wann denn der nächste käme”, scherzt Regisseur und Projektleiter Bernhard, und Produzentin Laura stimmt mit ein: “Im Moment haben wir noch reichlich mit dem ersten Teil zu tun. Wir arbeiten gerade noch an einer englischen Fassung, die wir demnächst aufnehmen werden [Anm.d.R.: mittlerweile ist die Produktion in vollem Gange], und natürlich steht auch noch der offizielle Release im Internet an, den wir für Herbst geplant haben. Ideen gibt es allerdings genug, also sag niemals nie.” Tun wir nicht – und hoffen darauf, bald mehr von Kaila, Arlan und Co., und natürlich von der talentierten Filmcrew ganz allgemein zu sehen.

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SQ-Gewinnspiel:
Seid live dabei beim nächsten Screening von ROTP!

Habt ihr jetzt Lust bekommen, Regrets of the Past endlich auch selbst zu sehen?
In Kooperation mit den Machern des Films und mit freundlicher Unterstützung des Hollywood Megaplex Gasometer veranstalten wir am 22. September 2016 um 20 Uhr das nächste öffentliche Screening des Fanfilms und du kannst live dabei sein!

Um bei der Verlosung mitzumachen, sende uns einfach ein Mail an gewinnspiel@spielquadrat.com und beantworte unten stehende Frage – und mit etwas Glück gehören dir bald 2 Tickets für das Event für dich und ein/e Freund/in deiner Wahl!

Gewinnfrage: Welcher fiktiven Star Wars Spezies gehört die Hauptfigur von ROTP, Kaila Dain, an?

Einsendeschluss ist der 15. September 2016, 15 Uhr. Die Gewinner werden per Email verständigt und müssen ihren Gewinn innerhalb von 3 Tagen bestätigen, sonst werden die Karten neu vergeben.

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