Tales from the Borderlands Ep1 – „Zer0 Sum“

Angefangen hat alles mit der Idee, alte LucasArts-Adventures fortzusetzen – so geschehen mit Sam & Max und später mit Monkey Island. Der Linie, „fremde“ Franchises zu lizensieren und daraus etwas Eigenes zu machen, ist man im Hause Telltale Games bis heute treu geblieben.

Nach dem überaus erfolgreichen und mit Kritikerpreisen überhäuften The Walking Dead sowie dem ebenfalls auf einer Comic-Serie basierendem und dabei hervorragendem The Wolf Among Us hat man sich nur wieder einer Spieleserie gewidmet: Borderlands von Gearbox.

 

Tales Borderlands Rhys Fiona

 

Tales from the Borderlands beginnt kurz nach dem Ende von Borderlands 2 und erzählt die Geschichte zweier Leute, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten.
Da wäre also Rhys, ein gut gekleideter Hyperion-Snob, dem die Chance auf einen Coup in die Hände fällt, mit dem er seinem miesen Chef eins auswischen könnte und zugleich reich würde – nur leider muss er dazu auf den fast ausschließlich von Banditen und Psychopathen bewohnten Planeten Pandora reisen.

Eben dort versucht unsere zweite Protagonistin, Fiona, mit diversen Betrügereien und Diebstählen über die Runden zu kommen. Besagter Coup ist die Ursache für das Aufeinandertreffen der beiden – etwas, woran weder Rhys noch Fiona Gefallen finden, denn von da an geht alles schief …

 

Tales Borderlands Loaderbot

 

Spielerisch gestaltet sich das Spiel ganz in Telltales-Tradition, nämlich beinahe wie ein Film, der uns immer wieder in die Handlung eingreifen lässt. Zum einen geschieht dies durch Sequenzen, die an alte Point-and-Click Adventures erinnern, in denen wir Räume ablaufen und diese nach Dingen durchsuchen, mit denen wir interagieren können. Actionsequenzen spielen sich in erster Linie in Form von Quicktime- Events ab, die den einen oder anderen Fehler verzeihen und nicht sofort mit einem Game Over quittieren, sondern einfach den Ablauf der Ereignisse ein wenig abändern, solange die Fehltritte nicht zu häufig werden. Leider ist das ganze Spektakel dann nach ca. zwei Stunden auch schon wieder vorbei, zumindest bis die nächste Episode erscheint.

 

Tales Borderlands Rhys Fiona Ingame

 

Das Herz des Games bilden die zahlreichen Konversationen mit einer ganzen Reihe abgefahrener NPCs, wie dem durchgeknallten Betreiber eines Kuriositätenkabinetts, einem geistig etwas unterversorgten Türsteher oder dem Anführer einer gefürchteten Banditengang, der außerdem DJ ist und einen riesigen Subwoofer in seinem Brustpanzer verbaut hat.
Die Gespräche laufen im Multiple-Choice-Verfahren ab, wobei man sich schnell für seine gewünschte Antwort entscheiden sollte, da stets ein Timer mitläuft. Wer diesen ablaufen lässt, sagt in der entsprechenden Situation einfach gar nichts, was im späteren Spielverlauf ungeahnte Folgen haben kann, da sich eure Gesprächspartner merken, wie ihr mit ihnen umgeht.

 

Tales Borderlands Bossanova

Technisch spielt sich das Ganze auf gewohnt gutem Niveau ab. Die sowohl aus anderen Telltale-Spielen wie auch den originalen Borderlands-Titeln bekannte Cel-Shading Grafik läuft flüssig, ist sehr hübsch anzusehen und passt hervorragend zum abgedrehten Stil.
Für die Ohren wird, wie schon im Vorbild, alles geboten, womit man nicht rechnet: Von Country-Klängen bin hin zu Dubstep Sound ist alles vertreten. Die (leider ausschließlich) englische Sprachausgabe ist auf hervorragend gelungen und trägt viel dazu bei, den der Borderlands-Serie eigenen, schrägen Witz rüber zu bringen.

 

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