Review: South Park™ – Der Stab der Wahrheit™

Die letzten Versuche South Park in ein Videospiel zu übertragen waren leider nicht mit Erfolg gekrönt. South Park – Der Stab der Wahrheit bringt allerdings neuen Wind. Es sieht aus wie eine typische South Park Episode, bringt alle bekannten Charaktere mit und macht auch sonst genau das, was man an der verschlafenen Kleinstadt in Colorado gern hat und bietet obendrein die Möglichkeit mittendrin statt nur dabei zu sein.

Los geht es mit der Charaktererstellung: Frisur, Hautfarbe, Kleidung, sowie ein paar Detailoptionen stehen zur Auswahl um eure Hauptfigur zu designen. Ihr spielt den Neuen in der Stadt, die Eltern sind grad nach South Park gezogen und ihr seid auf der Suche nach neuen Freunden. Diese dauert nicht lang denn gleich nebenan findet ihr Kupa Keep, die Festung des Grand Wizard King… Eric Cartman. Schon habt ihr die ersten vier Freunde kennengelernt. Dies kann man auch hervorragend im Auge behalten über das Soziale Netzwerk Feature. Hier werden alle neu gewonnen Freunde aufgelistet und in eurer Timeline gibt es kontinuierlich Updates und Diskussionen über aktuelle Ereignisse in South Park.

Im Kupa Keep lernt ihr auch gleich eure Gegenspieler kennen: die Dunkelfen, welche Cartman den Stab der Wahrheit abnehmen wollen. Es kommt zum Kampf! Hierbei stellt man schnell fest, dass die Entwickler von Obsidian sich ein Vorbild an den klassischen JRPGs genommen haben. Kämpfe laufen rundenbasiert ab und die Zeit hält geduldig still bis ihr eine Attacke ausgewählt habt. Das erinnert zwar wenig an Obsidians bisherige Erfolge mit Knights of the Old Republic oder Neverwinter Nights 2, spielt sich aber sauber und passt sich gut in den Spielfluss ein. Abgerundet werden die Attacken durch Quicktime Events, welche den Attacken mehr Bumms verleihen oder vis-a-vis die Paraden verstärken. Zwar gibt es nur eine Hand voll Skills zur Auswahl, doch seid ihr im Kampf nicht auf euch allein gestellt. Mit dem Storyverlauf begleiten euch immer wieder andere Helden, wie Paladin Butters oder der Wizard King persönlich. Dadurch gibt es stets unterschiedlichste Skills zur Auswahl und es wird nicht langweilig.

Die epische Schlacht gegen die Elfen beginnt

Wenn euch das zu wenig Action verspricht, muss darauf hingewiesen werden, dass South Park – Der Stab der Wahrheit Casual Gamer ansprechen soll. Zielgruppe sind nicht Hardcore RPG Enthusiasten sondern South Park Fans. Diesen bieten Trey Parker und Matt Stone mit dem Spiel allerdings einiges; selbst die weniger bekannten Nebenrollen finden ihren Weg ins Spiel. Al Gore ist auf der Jagd nach Manbearpig, Mr. Hanky ist mit von der Partie und selbst die Unterhosen Gnome haben einen Gastauftritt. Kenny ist wieder als Prinzessin dabei und stellt sicher, dass wir uns in das Szenario hineinfinden.

Der Kriegsrat im Kupa Keep

Der Kampf von Gut gegen Böse wird bei South Park des Öfteren ad absurdum geführt. Die (LARP-)Schlacht des von Cartman angeführten KKK (Kingdom of Kupa Keep) gegen die Dunkelelfen läuft schnell aus dem Ruder. In Nebenquests übernehmen die Mongolen den City-Wok und innerhalb kürzester Zeit verdichtet sich die Hauptgeschichte zu einem globalen Komplott und es hängt an den Drittklässlern es zu richten.

Die Mongolen fallen ein

Für Fans des Originals bietet South Park – Der Stab der Wahrheit eine komplette Synchronisation in Englisch. Deutsch gibt es leider nur in Untertiteln. Durch die lange Entwicklungsphase finden sich keine aktuellen Debatten im Spiel, wodurch die Serie sonst punkten kann. Das Spiel wurde ursprünglich von THQ entwickelt und durch den Bankrott des Studios verschoben. Obsidian hat gute Arbeit geleistet in der Umsetzung doch die Spieldauer ist etwas kurz geraten. Selbst inklusive aller Nebenquests lässt sich South Park – Der Stab der Wahrheit ohne Probleme in zehn Stunden bewältigen.

Diesen Bildschirm bekommt ihr bei den selbst zensierten Inhalten zu sehen

Leider müssen wir in Europa auch auf zwei Szenen des Spiels verzichten. Nicht weil eine Behörde das so beschlossen hat, sondern aufgrund von Selbstzensur ließ Ubisoft das Thema Abtreibung und die Analsondensequenz in ganz Europa verschwinden und ersetzte es mit einer „Infografik“. Ein fraglicher Zug, da etwaige Szenen in der Serie auch verblieben sind und nun im Spiel weichen mussten. Trotzdem kam es zu einer Verzögerung beim Release, da für die Deutschen Behörden eben nicht solche Themen sondern Nazi-Symbolik raus gehört. In Österreich erscheint die somit doppelt gekürzte Fassung, zumindest auf Konsole. In der PC Version sollen Patches nachgereicht werden.

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