In Mass Effect 3 steht die Galaxis am Abgrund, die Reaper sind im Anmarsch, um die hochentwickelten Spezies zu versklaven und selbst der Rat auf der Zitadelle kann dieser Wirklichkeit nicht mehr entfliehen. Wie und wohin Shepard dieses letzte Abenteuer führt, erfahrt ihr in diesem Review.
Auch eine lange Reise beginnt mit dem ersten Schritt
Nach den Ereignissen von Mass Effect 2 DLC “Die Ankunft” ist Shepard zunächst suspendiert und auf die Erde beordert. Dort läuten bereits die Alarmglocken, denn einige Kolonien sind schlichtweg verschwunden. Kurz darauf fallen die Reaper auf der Erde ein. In Schwärmen legen die gewaltigen Maschinen die Stadt in Schutt und Asche. Unter dem bedrohlichen Dröhnen der Reaper flüchtet Shepard und muss zusehen wie die Rettungsmannschaften der Invasion hilflos gegenüber stehen. Ein Gutes hat seine Flucht jedoch, er hat sein Schiff, die Normandy, wieder und damit den ersten Schritt getan, um den Reapern endgültig ein Ende zu setzen.
Veni, vidi, vici
Während die Reaper mit ihrer geballten Macht ein interstellares Volk nach dem anderen unter Beschuss nehmen, pilgert Shepard durch das Sternensystem, um nach Hilfe zu suchen, doch jedes Volk ist sich selbst am nächsten, wodurch es im Belagerungszustand nicht ganz einfach ist, Unterstützung zu finden. Um den synthetischen Riesen trotzen zu können, muss Shepard diesmal nicht nur ein Team aufbauen, was ihn in individuellen Scharmützeln unterstützt, sondern braucht eine gewaltige Flotte. Nach dem Motto der Feind meines Feindes ist mein Freund geht er auch bei Rassen, welche nicht auf Citadel anzutreffen sind hausieren.
Der Tod eines Mannes ist eine Tragödie, aber der Tod von Millionen nur eine Statistik
Das Szenario von Mass Effect 3 bietet viele bittere Momente. Wie kaum ein anderes Spiel fängt es den Zynismus des Kriegsgeschehens ein und versetzt euch wiederholt in die Situation über die Leben von Millionen von Lebewesen mit einem einzelnen Knopfdruck zu entscheiden. Immer wieder werden die moralischen Hintergründe der Entscheidungen diskutiert, was dem Spiel teilweise ein Pathos gibt, welcher sonst nur in Kriegsfilmen gefunden werden kann. So kommt ME3 teilweise daher wie Full Metal Jacket.. nur mit Lasern.
Andererseits passen sich die Gespräche über Ethik und Lebenssinn mühelos in das Flair von Genophage und virtueller Intelligenz ein. Leider scheinen die Interaktionsmöglichkeiten seltener geworden zu sein. Lange Filmsequenzen und automatische Dialoge treiben das Spiel schnell voran. Selbst im Storymodus gibt es nur selten die Möglichkeit nachzuhaken, sondern man wird viel mehr mit den Tatsachen konfrontiert und muss Entscheidungen treffen. Glücklicherweise lässt sich die Entscheidung für Story oder Action nachträglich selbst regulieren, da der reine Actionmodus zu sehr langen automatischen Dialogen neigt, der Storymodus im Gegenzug überhaupt keine Herausforderung im Kampf darstellt.
