Erinnert ihr euch, wann ihr das letzte mal mit Bauklötzen gespielt habt? Das dürfte vermutlich schon ein paar Jährchen her sein – es sei denn ihr kennt Minecraft schon und habt euch von Markus Perssons Sandkasten-Spiel der unbegrenzten Möglichkeiten verzaubern lassen.
Blöcke und Pixel
So ziemlich alles in Minecraft wird mit Blöcken und grobpixeligen Texturen dargestellt – das gilt für die abwechslungsreiche Landschaft mit Wiesen, Wüsten, hohen Bergen und tiefen Dungeons genauso wie Tiere, Monster und den Spieler selbst. Persson hat bewusst auf hochauflösende Grafiken und komplizierte Polygonmodelle verzichtet, um einen gewissen Retrolook zu bewahren und um den Entwicklungsaufwand klein zu halten. Wer Augenweiden wie Crysis oder Half Life 2 gewohnt ist, begegnet dem mehrfachen Indie Game Award-Winner möglicherweiße zu Beginn mit Skepsis, die unglaubliche Spieltiefe gleicht das meist aber schnell wieder aus.
Ein Ohrenschmaus
Klangtechnisch wird Notch, wie Persson sich auch nennt, übrigens von Daniel Rosenfeld begleitet, der sich um die Sounds und Hintergrundmusik kümmert. Auch die spielt im Gesamtbild eine wichtige Rolle: Statt ständigem Gedudel hat man sich für gelegentlich einsetzende, kurze Musikstücke mit ruhigen Pianosamples und entspannenden Violinenklängen entschieden. Dazwischen hört man nur die eigenen Schritte, ab und an ein gackerndes Huhn oder das Gurgeln eines nahen Baches.
Betritt man dagegen eine der vielen, finsteren und gefährlichen Höhlen, bekommt man statt der Musik plötzliche schaurige Geräusche, die manchmal ordentlich Gänsehaut schaffen können. Das kann das kurzes Kreischen einer Violine, wie bei einem alten Horrorstreifen sein, oder ein aus der ferne hallendes Stöhnen.
Überleben in der Sandbox
Was muss man also tun? Die Antwort ist – Nichts! Minecraft schreibt dem Spieler nichts vor, bietet aber eine Fülle an Möglichkeiten. Wer den Singleplayer startet, wird vom Spiel in eine unberührte und (fast) grenzenlose Welt geworfen. Man gräbt sich irgendwo in eine Bergwand ein kleines Loch in dem man sich Nachts vor Monstern verstecken kann und beginnt damit einen Baum (mit bloßen Händen) auseinanderzunehmen. Aus dem Stamm machen wir im Inventar Planken. Mit den Planken wiederum bauen wir wiederum eine Werkbank – und jetzt geht es erst richtig los.
Klickt man die Werkbank an, öffnet sich ein Fenster mit einem 3×3 Feldern großem Grid, in dem wir gesammelte Rohstoffe nach bestimmten Mustern anordnen können, um dafür verschiedene Werkzeuge und Items zu erhalten. Später sind sogar kleine Boote und Minenloren möglich, die auch prima achterbahnen abgeben. Oder das sogenannte „Redstone“. Ein Mineral das tief unter der Erde gefunden wird und mit dem man elektronische Schaltkreise nachbauen kann. Findige Spieler haben so schon funktionierende Taschenrechner im Spiel nachgebaut oder komplexe Fallensysteme in ihre Burgen integriert. Was ihr euch vorstellen könnt, das ist auch machbar.
Fazit:
Ich würde ja gern sagen, dass Minecraft ein nettes kleines Game ist, um mir die Zeit zwischen den Vollpreistiteln großer Publisher zu vertreiben – die Wahrheit ist aber das dieses Spiel jetzt schon länger fesselt als manches Produkt großer Spieleschmieden. Wie wird das sein wenn die erst kürzlich begonnene Betaphase abgeschlossen ist?
Wem die 15 Euro für die Beta übrigens trotzdem zuviel sind – der Creative-mode, ohne den Survival-part des Spiels, ist und bleibt übrigens kostenlos mit einer Fülle an Servern zur Auswahl..
